von Siebi » 29. Juni 2010, 17:11
Hui, im neuen Heavy gibt der digitale Diktator satte 12 Punkte für das Scheibchen und somit wiederholt Anlass für eine abermalige Inspektion meinereiner. Hm, hmmmmmmm, hmmmmmmmmm... das ist wie beim Vorgänger weder Fisch noch Fleisch, bis auf die Becken, Hi-Hat und Bassdrum gut produziert, aber von US-geprägtem Power Metal ist man doch weit entfernt.
Der Gesang ist wirklich gut bis sehr gut, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Das Salz in der Suppe, ein Überraschungsmoment im Song, eine feine Bridge oder ein catchender Part. Live klingen die Jungs wirklich nach Power, auf Platte fehlt mir dieses Gewürz. Wenn das Tempo angezogen wird oder die Soli einsetzen, dann ist das feiner Stoff, aber der Rest? Bei "Forgotten Sunrise" sind die schreddernden Riffs extrem geil, aber bei der Bridge will man mit 70er Jahre Rainbow Reminiszenzen wohin? "The Beast Within" ist der erste und einzige Song, wo man das Etikett Power Metal, ohne mit der Wimper zu zucken, anheften kann. Schnell, eingängig, die Stärken der Gitarre und am Mikro ausgereizt, so muss das sein.
Auch nach mehrmaligem Hören der Scheibe, hintereinander sowie zeitversetzt als auch im Zufallswiedergabemodus, mal zu Regen, mal zu eitel Sonnenschein, mal laut, mal leise, es bleibt für mich ein fader Beigeschmack wie schon beim Vorgänger. Es glänzt zum Teil, jedoch leider nicht durchgehend goldig. Das trifft für fast jeden Song zu. Hervorzuheben ist der starke Gesang und die brillant solierenden Sixstrings. Die Keyboards könnte man getrost in die Tonne kippen. Wirken irgendwie als Kleister, der jedes Soundloch stopfen soll, was aber gar nicht vonnöten wäre. Schade, wie in Teilen bei der letzten Zandelle, und ich wollte sie doch gut finden... wobei bei Zandelle "Killing Gaze", "Inner Strength" und das 22-minütige "Eradicated Existence" extrem gut reinlaufen.
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