BOLT THROWER
04.10.2014 (JUZ, Andernach)@johnarch
Du hast also auch einen schönen Hörsturz?
Und ja, diese Selbstdarstellung einiger Stagediver ging mir ebenso tierisch auf die Nerven.
Technik
Und das war nicht nur zu laut gestern, einige Songs wurden mit Hilfe des Unsounds so richtig gegen die Wand gefahren. Ich konnte die Show eigentlich nur darum wirklich genießen, weil ich die Songs kannte und den unhörbaren Rest innerlich "schönbügeln" konnte. Bei einer weniger (oder komplett) unbekannten Band wäre ich nach 2 Songs gegangen. Und dabei stand ich in unmittelbarer Nähe (links) vom Mischer. Jungs, alle Regler auf max. stellen ist keine Lösung!
Btw., dieser Geheimtipp für den Stehplatz vorne links (oder rechts) vor der Bühne war zumindest in der Halle nichts für normalsterbliche, mir sind da fast die Ohren abgefallen.
Band
Auf mich haben die Musiker leicht müde gewirkt. Na gut, man wird nicht junger und die Tour läuft bereits ein Paar Tage.
Spielen können sie noch, tight wie immer, zumindest was ich in dem Soundbrei entziffern konnte.
Karl war (wie immer) gut aufgelegt, sehr sympathisch, mit Kopf und Herz voll bei der Sache, habe ihn eigentlich auch nie anders erlebt.
ABER: Noch mehr als der üble Sound hat mich eine andere Sache nicht ganz positiv überrascht.
Seit wann hat der gute Karl dieses gewollt außer-Takt-singen? Also z.B. bei einer Strophe die Wörter so vershieben, dass die Songs weniger, oder eine andere Wirkung erzielen. Bei Refrains ist das noch gravierender, mitschreien wird zu einem Glückstreffer. Und das war gestern bei nahezu jedem Song, mal mehr mal weniger. Auf der letzten Tour habe ich das so nicht gesehen/gehört und künstlerische Freiheit hin oder her, aber das hier ist knackiger, geradliniger, stets nachvollziehbarer Death Metal, das ohne technische und gesangliche Experimente vollkommen auskommt und DAS macht die Band und ihre kompromisslose Art auch aus!
Ihre Musik (nach
Realm) wird auf mich komplett durch Rhythmus in Musik und Gesang übertragen, ich gehe da komplett auf, und das bei jedem Album. Ich liebe es und ich will dieses Gefühl (von mir aus eines rollenden Panzers) auch beim Konzert bekommen. Doch wenn der Aufbau der Songs bzw. hier der des Formulierens einzelner Zeilen zu oft verdreht und verschachtelt wird, mindert das meinen Genuss sehr.
Spaß gemacht hat es trotzdem, denn die Setlist kann sich mehr als sehen lassen:
War
Remembrance
Mercenary
World Eater
Cenotaph
Anti-Tank
Warmaster
Entrenched
This Time It's War
The IVth Crusade
No Guts, No Glory
For Victory
The Killchain
Powder Burns
Zugabe:
At First Light
When Cannons Fade