Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon rapanzel » 18. MĂ€rz 2019, 10:09

Pavlos hat geschrieben:

Acurus-Heiko hat geschrieben:Einer der schönsten Threads hier im Forum. Hat Pavlos seinen Spaten verlegt? Wann geht es weiter??


Nein, der Pavlos hat seinen Spaten nicht verlegt. Vielmehr stand er Ende 2018 wochenlang in Kontakt mit Jeffrey Bruno, seines Zeichens SĂ€nger und Chef der genialen USPM Formation Blacklist. Allerdings sind das nicht die Blacklist aus Milwaukee/Wisconsin, die 1984 die The Sign Of 4 EP veröffentlicht haben. Diese Blacklist hier waren Mitte/Ende der 80er in Memphis/Tennessee aktiv und hatten mehrere saustarke Tracks geschrieben, die es leider nie ĂŒber das Proberaumtape-Stadium hinaus schafften.

Wie gesagt, stand ich in regem Kontakt zu Bandchef Jeffrery Bruno (der ĂŒbrigens einen eigenen youtube Kanal am Start hat(te), wo er ein paar dieser Songs hochgeladen hat), und Kontakte zu hellenischen Labels waren auch schon hergestellt, aber leider, leider ist der gute Mann Anfang dieses Jahres ĂŒberraschenderweise verstorben.

Der Rest der Truppe ist entweder nicht auffindbar, oder blockt Anfragen bzgl. Blacklist ab. Wir haben wochenlang versucht, da nochmal was anzuleiern, aber das wird wohl nichts mehr. Was verdammt schade ist, denn wer die Tracks hört, wird sie definitiv lieben. US Metal, der sich hinter den Genreklassikern nicht zu verstecken braucht.


Irgendwo hab ich letztens gelesen, dass hier ein Rerelease den kompletten Materials in Arbeit ist.
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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon Pavlos » 1. April 2019, 23:01

rapanzel hat geschrieben:
Pavlos hat geschrieben:

Acurus-Heiko hat geschrieben:Einer der schönsten Threads hier im Forum. Hat Pavlos seinen Spaten verlegt? Wann geht es weiter??


Nein, der Pavlos hat seinen Spaten nicht verlegt. Vielmehr stand er Ende 2018 wochenlang in Kontakt mit Jeffrey Bruno, seines Zeichens SĂ€nger und Chef der genialen USPM Formation Blacklist. Allerdings sind das nicht die Blacklist aus Milwaukee/Wisconsin, die 1984 die The Sign Of 4 EP veröffentlicht haben. Diese Blacklist hier waren Mitte/Ende der 80er in Memphis/Tennessee aktiv und hatten mehrere saustarke Tracks geschrieben, die es leider nie ĂŒber das Proberaumtape-Stadium hinaus schafften.

Wie gesagt, stand ich in regem Kontakt zu Bandchef Jeffrery Bruno (der ĂŒbrigens einen eigenen youtube Kanal am Start hat(te), wo er ein paar dieser Songs hochgeladen hat), und Kontakte zu hellenischen Labels waren auch schon hergestellt, aber leider, leider ist der gute Mann Anfang dieses Jahres ĂŒberraschenderweise verstorben.

Der Rest der Truppe ist entweder nicht auffindbar, oder blockt Anfragen bzgl. Blacklist ab. Wir haben wochenlang versucht, da nochmal was anzuleiern, aber das wird wohl nichts mehr. Was verdammt schade ist, denn wer die Tracks hört, wird sie definitiv lieben. US Metal, der sich hinter den Genreklassikern nicht zu verstecken braucht.


Irgendwo hab ich letztens gelesen, dass hier ein Rerelease den kompletten Materials in Arbeit ist.


J. Bruno selbst hatte mit der Rerelease-Arbeit angefangen, deshalb auch der relativ gute Sound seiner yuf YouTube hochgeladenen Videos. So mein letzter Wissensstand.....
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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon Pavlos » 6. Mai 2019, 23:20

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Diesmal steigen wir in die tiefsten Tiefen des 80er Obskurstahls hinab. Über Arsin aus Modesto/Kalifornien hab ich hier im Laufe der Jahre schon desöfteren geschrieben. Das Trio hat 1985 zwar nur ein Demo mit lediglich zwei Tracks aufgenommen, aber diese beiden Lieder haben es in sich. Dominantes Riffing, eingĂ€ngiger Gesang und abwechslunsgreiche Instrumentalpassagen - US Metal Fanherz, was willst du mehr?!

Arsin gingen aus Prophet hervor, die der ein oder andere vom legendĂ€ren Metal Madness Sampler kennt. LegendĂ€r deshalb, weil die Platte der erste Release ĂŒberhaupt auf New Renaissance Records war und deshalb die Katalognummer NR01 trĂ€gt. Nachdem die darauf enthaltene Nummer Black Raven gut ankam, bot man Prophet einen Plattenvertrag an. Bandchef Jayme Minson (Gitarre, Gesang, Songwriter) krempelte daraufhin die Besetzung um und benannte die Band um.

Warum es dann, trotz Killersongs, doch nicht mit der großen Karriere funktionierte darf er selbst sagen....

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You were in a band called Prophet before you founded Arsin. Why the change?
Well, I received a two album & two year contract from the Greenworld Distrubution underground label back in 1982 when I was fronting Prophet. I accepted and decided to change the bass player and the drummer plus the bandname, too. It had to be changed as another band had just come out with a full length album here in the states with the name Prophet so we decided on Arsin. Enter Karl Niederberger on bass and Rex Duke und drums, who by the way died one year after we released our demo.

Your demo came out in 1985, right? Did you guys only wrote these two tracks or were there more Arsin songs? And by the way, how many copies of Catch The Wind were made?
Wow, Catch The Wind was only a demo, so the fact that you even heard of it is remarkable to me. Yes, 1985 is correct. Not many copies were made, in fact i made them myself. There are more songs recorded by both bands, Arsin and Prophet, but they are extremely hard to find nowadays, especially the Catch The Wind casette. Prophet also was on a compilation album called Metal Madness (1985) by New Renaissance Records with a song called Black Raven. Some of the other bands on that album were Hellion and Shok Paris!!

One song from your demo (Dying To Live) also appears on a demo from a band called Scratch. This band was fronted by the famous Carl Albert and they released their demo Beyond The Fear in 1986. How did this happen, did they steal your song?
Yeah that's funny. The bassist from Prophet Eric Shaffer started Scratch and thought he would use a couple of my songs. Actually he did that twice with another song, too. I guess some people seem to think if they are in a band with me, that the songs I wrote are theirs too. But no money was made so I never made an issue of it. And Carl knew nothing of it as far as i know. We met once, he was a great singer.

Why did Arsin split? What did you guys do after the split?
We split completely at the end of 1985. Mostly because of label problems and my desire to carry on as just a guitar player and to stop singing. After Arsin I had a lot of other musical things going on. I almost got a gig playing with Ronnie Dio but i was only 17 at the time and that didn't work for him or his manager. I went on to many other things you can check out on you tube like Avion Cross and Jade Helm.

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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon Pavlos » 16. Februar 2020, 22:20

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Mir ist schon klar, dass der Ersteindruck, egal ob in Bezug auf Frauen oder Plattencovern, wichtig ist, und wir dĂŒrfen wohl getrost davon ausgehen, dass Inherent Sin aus Köln das nicht ganz so eng gesehen haben, aber wenn man mal das höchst minimalistische Cover, die unglaublich schlechte Aussprache (in Sachen "th" lĂ€sst SĂ€nger Reiner Hummel Eloys Frank Bornemann wie einen Muttersprachler aussehen!!) und die relativ schlichten Texte weglĂ€sst, dann bleibt da eine richtig starke Melodic Metal Platte aus dem Jahre 1989 ĂŒbrig, die ganz viel Charme versprĂŒht, und die man als Genrefan nicht verpassen sollte - trotz all den möglichen Vorurteilen. FĂŒnf Kölsche Jungs mit einem feinen GespĂŒr fĂŒr hervorragenden Melodien, starken Gitarren und einem SĂ€nger mit einem hervorragenden Organ (minus das Englisch).

Szeneurgestein Stefan Riermeier sprach zum "Release" der bösen 3on1 Bootleg CD (ich komme spĂ€ter nochmal auf dieses Thema zurĂŒck) von "einem deutschen Metal-Klassiker" und "vier Songs zur metallischen GlĂŒckseligkeit", und ich wĂŒrde ihm tatsĂ€chlich nicht widersprechen wollen. Hooks am laufenden Band, fĂ€hige Musiker - ein kleines Juwel, wenn ihr mich fragt.

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Da ich schon seit geraumer Zeit mehr ĂŒber die Band erfahren wollte, das Netz jedoch nicht gerade viel herbigt, kontaktierte ich Gitarrist Dieter Glowatzki - der dann auch ausfĂŒhrlich Auskunft gab.

Zu Inherent Sin findet sich so gut wie keine Information im Netz, lediglich die Namen einiger Bandmietglieder und der Standort (Köln) sind bekannt. Was gibt es zur Entstehung der Band zu sagen, wie und wann kamt ihr zusammen?
Die UrsprĂŒnge von Inherent Sin liegen im Jahr 1985, damals aber noch in einer komplett anderen Besetzung. Nach unserem ersten Gig im Oktober 1986 gingen wir ins Studio und nahmen drei Songs auf, die jedoch besser niemand zu hören bekommt, haha. Es dauerte dann auch nicht lange und wir gingen getrennte Wege. Ich habe dann den Bandnamen weitergetragen und habe mir neue Leute gesucht. ZunĂ€chst bin ich auf Reiner Hummel (vocals) gestoßen und wir haben beide schnell gemerkt, dass wir gut zusammen arbeiten konnten. Im Anschluß kamen dann Gundolf Milz (bass) und Thomas Hengstler (drums) dazu, wobei Gundolf die Band bald wieder verließ. Als Ersatz kam Christian Leinen, der auch gleich seinen Bruder Hansi (keyboards) mitbrachte. Das passierte alles im Jahr 1988.

Schon im Folgejahr kam die Children Of The Night EP raus. Wie kam es so schnell dazu, und warum wurde das eigentlich als Eigenproduktion veröffentlicht? Wie hoch war die Auflage?
Nach ein paar kleineren Gigs im Bonner Raum kam ein Produzent (Louis Niestegge) auf uns zu und fragte, ob wir denn nicht mal etwas zusammen machen möchten. Dass die Platte eine Eigenproduktion ist, stimmt also nicht so ganz. Sie wurde richtig produziert und wir, d.h. Rainer als Texter und ich als Komponist, hatten einen gĂŒltigen Vertrag mit Music Area Records Cologne. Allerdings ohne Labelcode, deshalb steht da auch Lingo Records drauf. Die Auflage betrug 600 StĂŒck. Allerdings war es nicht einfach die Scheibe an den Mann zu bringen, da hĂ€tte sich die Plattenfima einfach mehr drum kĂŒmmern mĂŒssen. Im Metal Hammer bekamen wir fĂŒnf Punkte und im RockHard haben wir auch nicht schlecht abgeschnitten. Wir sollten im Vorprogramm einer grĂ¶ĂŸeren Band, die Plattenfirma nannte keinen Namen, auf Tour gehen, aber dazu kam es nicht. Und das war es im Großen und Ganzen dann auch schon in Sachen Promotion.

Zum Titeltrack der Platte findet sich auf YouTube ein kultiges Video. Ein richtiger Clip war fĂŒr eine Band dieser GrĂ¶ĂŸenordnung damals ja nicht unbedingt Standard. Wie kam es dazu, wo wurde gedreht und wie verlief der Dreh?
Unser Produzent hat den Vorschlag gemacht dieses Video zu drehen...und da waren wir doch gleich Feuer und Flamme. Gedreht wurde an zwei Tagen. Der erste Dreh fand bei einem Gig in der Bonner Jazz Gallerie statt, der zweite Teil ereignete sich ein paar Tage spĂ€ter in einer alten Fabrikhalle in Köln-Kalk. Es waren viel Leute am Set, gedreht wurde bis spĂ€t in die Nacht. Das Video ist ganz gut gelungen, hĂ€tte jedoch ruhig etwas heller ausfallen dĂŒrfen.

Danach kam es zur Auflösung der Band. Wieso um Himmels Willen?
ZunĂ€chst entschieden wir, dass wir einen neuen Mann am Mikrofon brauchten, da Reiners Englisch nicht so gut war. Der neue Mann hörte auf den Namen Carlos Ferra und kam aus dem SĂŒden der Republik. Kurz danach erwischte es auch mich und ich musste die Band verlassen. Als GrĂŒnde wurden mir die gestiegenen AnsprĂŒche an die Band und mein damit verbundenes Gitarrenspiel genannt. Thomas musste ein paar Wochen spĂ€ter auch gehen und das war es dann ganz mit der Band.

Über das Label Revenge of True Metal Records kam vor vielen Jahren eine Bootleg CD raus, auf welcher Eure EP, sowie zwei weitere Bands (Exodo und Iron Hawk) illegal gepresst wurden. Wusstest Ihr davon?
Ich weiß davon nichts. Soll man so etwas tolerieren oder eher nicht? Ist immer eine gute Frage. Auf der einen Seite gilt es natĂŒrlich den Urheber zu schĂŒtzen, was auch wichtig ist, denn sonst könnte ja jeder machen was er will. Andererseits verstehe ich den neugierigen Musikfan. Aber: Durch illegale Downloads wird die Musikindustrie schon genug geschĂ€digt und dadurch auch die Musiker und ihre Musik, was dann zur Folge hat, dass z.B. Konzertkarten immer teurer werden und mann icht mehr jedes interessante Konzert mitnehmen kann. FrĂŒher waren Gigs so`ne Art Eigenwerbung fĂŒr die Band, heute sind sie eine Notwendigkeit um Geld einzunehmen. Doch in unserem Fall spielt(e) es ja keine große Rolle, von daher: viel Spaß beim Hören!!

Zum Schluß die obligatorische Frage dieses Threads: Existieren von Inherent Sin noch weitere Songs und Aufnahmen? Hat Euch ein Label schonmal bzgl. eines Rereleases kontaktiert? Gibt es da seitens der Band ĂŒberhaupt Interesse?
Es gab tatsĂ€chlich nur die vier Songs von der EP, das ist alles was wir damals aufgenommen haben. Einer Neuauflage wĂŒrde ich sicherlich meinen Segen geben....

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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon Mirco » 17. Februar 2020, 12:08

Sehr interessant, vielen Dank fĂŒr die interessanten Zeilen. :yeah: Die Band sagt mir nichts und gerade Riermaiers Geschmack deckt sich mit dem meinigen nur in den seltensten FĂ€llen. Nach deinem Beitrag wird aber in jedem Fall mal reingehört.
"Wir wollen eure Hirne aus der SchÀdeldecke nehmen, ein wenig mit ihnen herumspielen und sie dann verkehrt herum wieder einsetzen."
(Chris Reifert, Autopsy)

Zum Protzen: https://www.musik-sammler.de/sammlung/minimeini/
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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon Killmister » 17. Februar 2020, 14:01

Mirco hat geschrieben:Sehr interessant, vielen Dank fĂŒr die interessanten Zeilen. :yeah: Die Band sagt mir nichts und gerade Riermaiers Geschmack deckt sich mit dem meinigen nur in den seltensten FĂ€llen. Nach deinem Beitrag wird aber in jedem Fall mal reingehört.


Ich habe seine BĂŒcher und Artikel immer gern gelesen, er kann ja seine Begeisterung ganz gut in Worte kleiden. Am Ende fande ich die gefeierten Exoten sehr oft strunzlangweilig. Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel, Exodo z,B, :yeah: .
Wenn man etwas nicht mag, ist einem weniger davon lieber.
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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon Mirco » 17. Februar 2020, 14:14

Killmister hat geschrieben:
Mirco hat geschrieben:Sehr interessant, vielen Dank fĂŒr die interessanten Zeilen. :yeah: Die Band sagt mir nichts und gerade Riermaiers Geschmack deckt sich mit dem meinigen nur in den seltensten FĂ€llen. Nach deinem Beitrag wird aber in jedem Fall mal reingehört.


Ich habe seine BĂŒcher und Artikel immer gern gelesen, er kann ja seine Begeisterung ganz gut in Worte kleiden. Am Ende fande ich die gefeierten Exoten sehr oft strunzlangweilig. Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel, Exodo z,B, :yeah: .


Ich finde seine BĂŒcher ebenfalls super. So wie Du es hier schreibst war es von mir auch gemeint. Dazu kam ja im Osteuropa-Buch noch plumpes Slayer-Bashing.
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Re: Forgotten Realms (Pavlos buddelt in den 80ern)

Beitragvon Pavlos » 10. Mai 2020, 19:53

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FRENZY (Lancester, UK)


- This Is The Last Time/Gypsy Dancer (1981) 7"
- Without You/Thanx For Nothing (1981) 7"
- Blackburn Rovers/Up The Rovers (1981) 7"

Frenzy wurden mir vor ein paar Jahren von YouTube vorgeschlagen. ZunĂ€chst fand ich die Tracks der Band recht unspektakulĂ€r, und mit den Großen der Welle und all ihren KabinettstĂŒckchen konnte und kann das nicht mithalten, aber mit der Zeit wurde mir klar, dass Frenzy das auch gar nicht wollten. Das hier ist Stoff aus der Arbeiterklasse fĂŒr die Arbeiterklasse. Die Art straight forward Mucke von der Straße, die nach Dreck und Schweiß stinkt, einen aber sofort mitnimmt und in die frĂŒhen 80er des UK zurĂŒckschleudert. Dazu dann auch passend u.a. eine Single fĂŒr einen Fussballverein, mehr dazu weiter unten.

Frenzy waren sicherlich keine Band aus der ersten Reihe, aber allemal ein (auch musikalisch) interessantes Beispiel dafĂŒr, wie schnelllebig und abenteuerlich es damals wĂ€hrend der NWOBHM zuging. Solche Truppen, die immer noch oft und gerne ĂŒber ihren lĂ€ngst vergangenen Glanz berichten sind ein Traum fĂŒr Metal-ArchĂ€ologen. Letztes Jahr kam die Band endlich zu sowas wie verspĂ€teten Ehren als ein Track fĂŒr den ersten Teil der coolen Jobcentre Rejects Samplerreihe (On The Dole Records) verwendet wurde. Leider konnte ich SĂ€nger Larry Lee Lehmann nicht zu diesem Release befragen, da wir das folgende Interview im Vorfeld des Samplers gefĂŒhrt haben. Aber er hatte auch so genug zu erzĂ€hlen....

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When and how did Frenzy come together? In his NWOBHM encyclopedia Malc Macmillan mentions a band called Anniversary, what can you tell us about this?
Yes, Anniversary were the pre-runners to Frenzy. They were from Lancester and recorded a seven inch EP on the Aerco label including tracks like Prostitution, Flight 24 and Tales For A Tune. After that release the band disbanded. Me and my brother were running a night club called Styx at that time and some of the Anniversary guys were regular guests. One night we ended up drinking at the same table and decided to form a new band which became Frenzy. Since we didn't have a real rehearsal room at that time I offered a huge room above my night club. And this is how Frenzy was born in late 1979. Great memories.

Soon you started playing live and supported a lot of well known bands. How was that?
Yeah, we did a small tour with the Tygers Of Pan Tang in 1980, supported Praying Mantis at the London Marquee, were double headliners with the famous Bernie Marsden and played some gigs with another NWOBHM band called Spider. But my favorite memory is when we openend for Thin Lizzy, what a great evening that was. By the way: We gave ourselves stage nicknames like Johnny Macho, Pedro Gringo, Romeo Boddington and Max von Blitz (which was mine as my father was german).

1981 was a busy year for the band as you recorded three singles within twelve months and continued playing a lot of gigs. Why didn't you go for a full length instead of recording three singles? And please tell us more about the legendary Blackburn Rovers single.
Yeah, we did three singles that year, two of them double A-sided. The first one was This Is The Last Time and Gypsy Dancer which was pressed with a white labeled center from the Songwriters Workshop label (belonging to Smile Studios in Manchester). The second single was Without You and Thanx For Nothing, this time with a yellow center label and also made by the Songwriters Workshop label. And then there was a third release which brought us a lot of money, the mentioned Rovers single. First we wanted to enter a studio and do a full album before we did this project but than we decided to do this single first. Due to my father being a huge fan and season ticket holder of Blackburn Rovers F.C. and some players knowing that his son was playing in a band we were approached for making a promotional single for the 1981 season. Due to many Rovers players and fans being big supporters of Frenzy they convinced their board of directors and bosses, so the club wanted us to compose and record two songs for their way back into the first division. We did Blackburn Rovers as the a-side and Up The Rovers for the b-side. The background cheering you hear on that tracks was me recording the crowd on a home game against West Ham. We sold approx. 83.000 copies. Chelsea, Manchester Utd., Liverpool, Arsenal, West Ham, they all had their own records but they all went for folk and pop songs, so we actually were the very first to represent UK football with a heavier song. A great experience but in my opinion also the start of the Frenzy downfall.

So the release that put you in the charts and brought you money was the begining of the end, right?
We broke away from our true roots as we added keyboards which took us miles away from what we did before. Combined with the money greed by some band members (who wanted to pursue the new direction) that ended Frenzy, only a matter of weeks away from the big major signing as a label had shown interest due to the soccer single. Before being approached by the Rovers bosses we were on tour with the Tygers Of Pan Tang and were really on the edge of the big breakthrough, believe me. We already had enough material for a debut album and also for a follow up but the Rovers experience just totally killed it. We tried to continue but couldn't, the end came in early 1983.

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