Balance Of Power: Book Of Secrets

Solche Überraschungen liebe ich! Da freue ich mich wie ein Schneekönig auf das neue, überall abgefeierte Ayreon-Album, das aber nach fünf Songs wieder kurzfristig (dachte ich...) aus dem Player flog (nicht, weil's mir nicht gefiel, sondern, weil's mir in dem Moment zu überladen, kompliziert und gewollt "progressive" war). Stattdessen schmiss ich kurz das mit einem schönen Cover ausgestattete Balance Of Power-Zweitwerk ein. Kurz? Von wegen, ich bekomme es kaum noch unter dem Laser hervor! Grandiosen, technisch über alle Zweifel erhabenen und nicht die Spur schmalzhaltigen Hard Rock, erfrischend knallig produziert, schallte mir entgegen und tut es seitdem mit schöner Regelmässigkeit. Keyboardteppiche, zwei krachende Gitarren, ein toller Sänger und eine solide Rhythmussection alleine wären ja schon klasse, doch die eigentlichen Songs, die das Sextett dem staunenden Kohsiek darbietet, haben es selbstverständlich massenhaft in sich! Hitpotential trotz Anspruch (oder war's umgekehrt?) steckt in jedem der acht Tracks (plus Intro), massenkompatible Refrains, brilliante Gitarrensoli, eine gesunde Portion Härte ("Seven Days Into Nevermore"), tolle Gesangs-Arrangements ("Do You Dream Of Angels" - ANHÖREN!!) - SO sollte Hard Rock/Metal im ausklingenden Jahrtausend klingen. Eine Band, die es zu unterstützen gilt!! Spart lieber Eure Kohle für dieses zeitlose Dokument grandioser Kompositionsvielfalt (solch ein Album haben Def Leppard seit Jahren nicht mehr geschrieben und werden's Europe (trotz Reunion) wohl auch nicht mehr tun!) anstatt sie für billige LOSERCOMBOS wie Drecksau (ohne Worte...), Weissglut, Schweinhund, Pisskopp oder wie sie alle heissen (mit den Namen könnt Ihr Eure Omma oder den Nachbarhund provozieren, nicht den normal denkenden Hörer, Jings!) zu verplempern! Open The Book Of Secrets NOW!!

 

(c) 1998, Michael Kohsiek

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