Gothic Knights : Up From The Ashes

Nicht nur der Titel des überfälligen – schon 2001 wurden Eingeweihte von dem dem Album zugrundeliegenden Demo ziemlich an die Wand geblasen - Drittwerks der New Yorker erinnert an Warlord! Nein, auch Göttertracks wie das epische, von ebenjenem Demo bekannte Über-Hymne “Guardian Archangel” oder das rasante “Warrior Of Faith” wären auch auf Alben der Ami-Legende um Bill Tsamis nicht fehl am Platze: hymnenhaft, fast schon feierlich geht man hier zu Werke und landet mehr als einen Volltreffer für die Ewigkeit!

Wohingegen das Quartett um den zurückgekehrten Gänsehaut-Shouter Rick Sanchez aber auch schon mal härter zur Sache geht – “Vampyre” oder “The Witching Hour” etwa sind knallharter, riffbasierter Power Metal in bester Old-Iced Earth-Tradition, und dazu setzt ein leichter Euro-Touch dem ganzen schließlich die Krone auf! Bestes Beispiel: das Yngwie-mäßige “Heaven’s Fire”…

Alles in Butter also? Naja, fast. Der arg sterile Sound oder die etwas schnarchige Ballade “Dear Queen” sorgen klar für Abstriche, und leider zählt man mittlerweile auch zu den US-Bands, die meinen, stumpfe, rechtslastige “Patriotismus”-Grütze gehöre zum guten Ton. Über pathetische, völlig undifferenzierte Lyrikpannen wie den Opener “Power And The Glory” (natürlich the mighty America abfeierend!) freut sich vielleicht George “W. for War” Bush, der denkende Rest der Welt hingegen schlägt die Hände überm Kopp zusammen! Herr, wirf Hirn vom Himmel!

Fazit: ordentliche bis sher gute Scheibe mit leichten Mängeln in der B-Note. Hatte mir aber insgeheim etwas mehr versprochen.

(c)2003, Ernst Zeisberger

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