Labyrinth: Sons Of Thunder

"Sons Of Thunder" heißt also der neue Streich einer der führenden Italo-Speed-Bands und im Vorfeld wurde schon viel über einen Stilwandel gerüchtet. Härter und weniger orchestral wollte man werden. Nun, ganz so extrem ist es nicht geworden, aber Produzent Neal Kernon hat dem Gesamtsound merklich gut getan - jetzt klingen die Gitarren endlich mal wie Gitarren. Die zuckersüßen (Edguy-Fan Arno Hofmann würde sie wohl schwuchtelig nennen) Melodien findet man aber dennoch reichlich bei den Donnersöhnen. "Gottseidank!" werden viele denken, "Oh, nein!" die anderen. Beide Ansichten haben ihre Berechtigung. Einerseits ist man dem Labyrinth'schem Stil treu geblieben und die Fans müssen sich nicht   großartig neu orientieren. Andererseits klingt man immer noch nicht so metallisch, wie es die Landsmänner White Skull, Dark Avenger, Drakkar oder auch Domine vor kurzem par excellance vorgeführt haben. Wirklich neu klingt nichts auf "Sons Of Thunder"  - wirklich schlecht natürlich auch nichts. Ist alles hervorragend gespielt und gesungen von absoluten Instrumentalkönnern (ich könnte ruhig noch mehr rasende Gitarrenläufe vertragen!). Dennoch: die Kopisten haben die Originale mittlerweile quantitativ eingeholt und es wird für die junge Garde der Metalfans immer schwieriger herauszufinden, wer was ist. Ganz schön scheiße eigentlich...

(c) 2000, Michael Kohsiek

1