Metalium : State Of Triumph (Chapter Two)

Metalium's erstes Album hat seinerzeit ja einiges an Kritik einfahren müssen, was ich bis heute nicht wirklich nachvollziehen kann. Schließlich hat die Truppe doch 'ne sehr ordentliche Mischung aus Euro- und US-Metal mit herausragendem Sänger (wohl der beste seiner Zunft in D-Land seit Michael Kiske) rausgehauen - kein  Klassiker zwar, aber locker genug, um das zur gleichen Zeit veröffentlichte, höchstens durchschnittliche Comeback-Album von Metal Church zumindest bei mir auf die Plätze zu verweisen. Ein Großteil der Kritiker schien sich aber eher auf das Besetzungs-Kasperletheater und die zugegebenerweise recht armen Liveshows eingeschossen zu haben...

Na ja, zweiter Versuch, diesmal ohne Savatage-Meisterriffer Chris Caffery. Und mir soll nach dem Anhören der Scheibe bitte niemand erzählen, daß sich dies nicht auf den Sound der Band ausgewirkt habe - die wirklich heftigen, markanten Riffs (remember "Revelation"?) sind leider über weite Strecken völlig austauschbarem Euro-Speed Metal gewichen, aus dem höchstens die nach wie vor brilliante Stimme von Sänger Henning Basse, der hier fürchterlich unterfordert wirkt, positiv hervorragt. Klar, der Rest der Band (beinhaltet immerhin einen Könner wie Jack Frost (Seven Witches), bei dem ich aber ernsthaft bezweifle, daß er am Songwriting entscheidend beteiligt war) kann auch recht ordentlich zocken, es will nur nichts recht zünden - die Songideen sind bis auf zwei, drei hymnische Chorusse viel zu bieder und konventionell, um auch nur halbwegs mit der Konkurrenz mithalten zu können. Allein im diesem unseren Lande fallen mir mit Sacred Steel (WIRKLICHE Power), Brainstorm (gerade in punkto Abwechslungsreichtum), Dark At Dawn (jugendlicher Enthusiasmus) und Destillery (im Gegensatz zu Metalium eine "gewachsene" Band, und das merkt man...) ohne längeres Nachdenken schon mal vier jüngere Power-Truppen ein, die beweisen, daß man diesen Stil auch im 21. Jahrhundert problemlos noch mit wesentlich mehr Inspirationen spielen kann, als es Metalium auf ihrem zweiten Album zeigen. Da helfen auch der Rainbow-Keyboarder und Ex-Zed Yago-Frontfrau Jutta Weinhold als Gastmusiker nichts - nach dem schön mystischen Intro bin ich nur immer versucht, stattdessen mal wieder die "From Over Yonder" in den Player zu schmeißen. Schade - hier wäre echt mehr dringewesen...(Nebenbei - ich habe das lächerlichste Science Fiction-Outfit seit Scanners Gummischlauch-Jeansjacken und der ersten Q 5 mit keinem Wort erwähnt. Oops...bis jetzt.)

(c)2000, Ernst Zeisberger

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