Tank : Still At War
Zeit, eins
der bestgehütetsten Geheimnisse des Metal zu lüften! Alleine die Existenz des
sechsten, immerhin schon letzten September erschienenen Studioalbums der
Britenlegende ist sowas von unbekannt, daß es Sinn machen würde, eine X-Akte
darüber anzulegen und irgendwo zwischen
Area 51 und dem Yeti einzuordnen. Tank is back with a vengeance…und
keiner hat’s gemerkt. (Oder habt Ihr in irgendeinem Print-Magazin ein
Review lesen können? Wenn ja, bitte E-Mail
an mich…
Anyway,
“Promotion” und “Vertrieb” mögen wohl Fremdwörter für das Tank’sche Label sein,
aber das soll uns nicht daran hindern, uns das gute Stück vorzunehmen. Und es
lohnt sich! Algy Ward und seine Mannen (neu dabei: ex-Praying Mantis-Drummer Bruce
Bisland) haben absolut nix verlernt und bieten uns elf größtenteils unter der
Kategorie “Volltreffer” einzuordnende Metal-Granaten in bester
Oldschool-Manier, unter denen die titelgebende Mid-Tempo-Hymne sowie die
schnellen, absolut “Filth Hounds Of Hades”-kompatiblen “And Then We Heard The
Thunder”, “Light The Fire (Watch ‘Em Burn)” und “Return Of The Filth Hounds”
(hell yeah!) am zerstörerischsten einschlagen. Öfter als früher geht man auch
mal mit gedrosseltem Tempo zur Sache, wie in den ultracoolen “The World Awaits”
und “When The Hunter Becomes The Hunted” geschehen. Daß hier allerdings
trotzdem keine wimpigen Balladen zu erwarten sind, sollte Kennern des
englischen Panzers wohl klar sein.
Abstriche
sind (neben zwei etwas schwächeren Nummern) allerdings massiv beim Sound zu
machen. Algy, was um alles in der Welt hast Du Dir bei diesem staubtrockenen,
kratzigen Gitarrensound gedacht? Das klingt ja übler als alles seit Maidens “Virtual XI”, ich
habe besserklingende Demos im Schrank! Schwer No-Budget-verdächtig! Wenn man
darüber hinwegsehen kann, bleibt dem geneigten NWOBHM-Fan allerdings ein recht
gelungenes Album, das die meisten “Comeback”-Versuche ähnlicher Art mühelos
hinwegpustet. Leistet Euch nur bitte, bitte beim nächsten Mal wieder ‘nen
richtigen Producer…
(c)2003, Ernst Zeisberger