Sacred Metal

Aus dem Sacred-Metal-Archiv · Review-Archiv

Crypt: Stick To Your Guts White Hott: Angel In Leather Kratos: Iron Beast

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Die Kanadier Crypt, von denen ich ehrlich gesagt bisher noch nie gehört hatte, dürfen Vol. 10 der Forgotten Metal Reihe -nennen wir's einfach wie immer Hot Metal, um's nicht unnötig zu verkomplizieren- mit Ihrer 1987er LP "Stick To Your Guts" eröffnen. Powergeladener Metal mit starken Licks, guten Soli, eingängigem Riffing und "mittelhohen Vocals" wird serviert. Produktionstechnisch gibt's eigentlich wenig zu mäkeln, vielleicht könnten die Klampfen etwas weiter im Vordergrund stehen, da der Bass doch ziemlich dominiert. Was mir bei Crypt trotz der unüberhörbaren Qualität fehlt, sind die wirklich zwingenden Melodien, es sind zwar immer wieder Ansätze erkennbar, aber die richtig großen Hooks vermisse ich eben etwas. Herausragend sind der Opener "Metallust Fever", das mit einem interessanten Mittelteil versehene "Die Sister Die" und das balladesk beginnende "March Of The Living Dead".

White Hott legen meiner bescheidenen Meinung nach dann schön einen drauf und bieten melodischen, mitreißenden Power Metal der Güteklasse A bis B. Sänger Johnny Johnson (sehr einfallsreich, falls es sich um einen Künstlernamen handeln sollte) besitzt ein powervolles Organ und hat richtig Schmackes in den Stimmbändern, sehr geil. Die Tracks gehen gut ins Ohr und soundlich geht auch alles in Ordnung, die 1987 veröffentlichte 6 Track EP kann daher jedem Fan melodischer Powermucke ans Herz gelegt werden. Höhepunkte sind für mich "Runnin' For My Life", "Think Twice" und das geile "Keeper Of The Flame", wohingegen das doch sehr klischeehaft klingende "Angel In Leather" doch merklich abfällt. Die abschließende Country-Satire "Sausage Commercial" dürfte Geschmacksache sein, hängt von Eurem Humor ab. Lasst Euch vom doch eher sleazig klingenden Namen nicht abschrecken und gebt White Hott eine Chance!

Den Abschluss machen Kratos mit Ihrer Kult EP "Iron Beast", das kleine Wörtchen Kult habe ich bewusst erwähnt. Zählt die 4 Track EP in manchen Kreisen als absoluter Klassiker, bleibt mir doch eher unverständlich, was an der Platte denn nun so absolut toll sein soll. Ziemlich hausbackener, speediger Metal, zwar gut gemacht, aber nichts wirklich besonderes. Die Riffs klingen mir etwas zu rockig und schrammelig, der Gesang ziemlich gelangweilt und uninspiriert, der Sound ist sehr bescheiden. Einen direkten Vinylvergleich kann ich leider nicht ziehen, kann mir aber kaum vorstellen, dass der Klang da wesentlich besser ist. Für mich ist das nichts, aber wer's mag ;)
 
 (c) 2005, Markus Ullrich
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