Der Mittelteil dieses Instrumentals besteht dann aus folkigen Melodien, die in bester Progrockweise gespielt werden und fast direkt aus den 70ern stammen könnten. Nach seinem Ausklang wird es wieder ganz finster, bedrohlich und doomig mit einem Solo von unverzerrter Gitarre über tonnenschweren Lavariffs. Das gibt dem Stück eine eigenwillige Melancholie. Eine Ballade tieftrauriger Art schließt sich an und durchdringt Deine Seele, ertränkt sie in Resignation. Doch schon kurz darauf wird es kämpferisch, kraftvoll metallisch.
Der folgende Song ist ein mittelschneller Metalkracher mit eigensinnigem Dreivierteltaktrhythmus, heiseren Growls statt melodischem Gesang und majestätischen Leadgitarren und atmosphärischem Synthesizer. Mich erinnert er an alte Bands wie Amorphis, Tiamat oder auch My Dying Bride, sprich Doomdeath mit viel Melodie und einem mehr traditionellem Metaleinschlag. Im Song befindet sich eine reine Doompassage über die beschwörend ein Text gesprochen wird, bevor der eigentliche Hauptteil wieder beginnt. Das Stück hat eine sehr charakterstarke Melodieausrichtung und somit einen hohen Wiedererkennungswert. Aarni beweisen hier ein ungeheures Kompositionstalent. Mögen die True Doomer, True Metaller und True Deather alle vor Empörung ins Kreischen geraten, aber die stilistische Symbiose, die Aarni hier eingehen, funktioniert ausgezeichnet. "Mental Fugue" nennt sich dann ein sehr krankes, aber zeitgleich wunderschönes Stück Musik, welches sanft dahinfließenden Latinsound, Psychedelicelemente und kauzigen Progrock zu einer betörend farbenfrohen Melange verbinded. Dieses Stück ist quasi die musikalische Umsetzung des Albumcovers, ein farbiger Klangquirl, dabei sehr geradlinig konzipiert und doch hypnotisch as hell. Hat was von diesem Latineasylisteningsound, der in den 60ern als Kneipenmusik populär war. What ever! Ich fühle mich so leicht und vollkommen frei von allen Nöten und Zwängen. Dieser Song ist definitiv von erhebender Natur. Hiernach ist wieder Doom angesagt, ein einprägsames, wenngleich verspieltes Stück mit verfremdetem Gesang (wahrscheinlich Harmonizer), der fast roboterhaften Charakter trägt und die Sinne betört. Immer wieder wird der Doom von sanften Parts durchbrochen. Wieder so ein Song, der Aarnis Position festigt. Kauziger geht es kaum noch als diese Band und auch kaum ideenreicher. Aarni lassen eine eigenwillige Epik heraushängen, scheren sich einen Dreck um Genrekonventionen, sondern spielen, ganz im Geiste der progressiven 70er Musik, die Ideen auch aus, die ihnen in den Sinn schießen. Dabei bleiben sie sogar noch einigermaßen Metal, was ja längst nicht bei allen Bands, die es ihnen gleichtun, der Fall ist. Das Outro ist da fast nur noch Formsache, aber obacht, musikalisch tut sich hier nochmals eine ganze Menge. Vom folkigen Instrumental hin zu einem experimentellen Klanginferno und weiter zu einer atmosphärischen, düsteren Richtung entwickelt sich der Song stets voran. Betörende Soli und eigenwillige Soundlandschaften über hypnotischen Rhythmen rauben Dir zum Schluss hin nochmals vollständig die Sinne. Ein mystifizierendes Killeralbum erhält seinen krönenden Abschluss! Überwältigend!
