Suffer no guilt ist nicht nur der Titel des
zweiten THE GATES OF SLUMBER-Longplayers, sondern
auch die Inschrift auf dem Schwert Conans, des
Barbaren. In Verbindung mit dem überragend blutrünstigen Cover von
Ken Kelly wären damit eigentlich alle Fragen zur Stoßrichtung der
drei Puritaner um Robert E. Howard-Afficionado Karl
Simon schon von Beginn an geklärt: keine Gnade den Weicheiern, Stoner-Rock-Posern und allen anderen Emo-Heulbojen.
Der Circle of True Doom is
in da house, motherfuckers!
Sobald Dich der ungewöhnlich schnelle Opener „Angel of Death“ niedermäht, fällt auf, wie sehr der Gesang Karl Simons seit The Awakening gereift ist, welch souveräne Führungsrolle inzwischen Jason McCashs fette Bassläufe übernehmen und vor allem wie sagenhaft trocken und natürlich die ganze Chose produziert ist. Nur bei einzelnen - erstaunlich guten - Solos gibt es Overdubs. Ansonsten Schlagzeug, Bass, Gibson SG – fertig. Dennoch zeigt sich gleich beim darauf folgenden Titeltrack - inhaltlich eine Ansprache Croms an Conan - dass wahre Heavyness nicht durch Highend-Verzerrertechnik oder sonstigen Studio-Schnickschnack entsteht, sondern einzig und allein durch die heilige Allmacht des Riffs. Was für eine fiese Walze! Das von Bass und Keyboards getragene Instrumental „Gemini“ bietet nur eine kurze Verschnaufpause, bevor, von einem Bassintro angekündigt, die „Riders of Doom“ am Horizont auftauchen. Überwiegend im Midtempo gehalten, blitzen hier tatsächlich erstmals die, von der Plattenfirma angepriesenen, MANOWAR-Einflüsse auf. Epische Gesangsmelodien setzen dem Stück die rostige Krone auf. Highlight!
Leider bricht das bislang schwindelerregende Niveau danach ein wenig ein. Das heftige „Slay the weak“ und „Dweller in the deep“ sind im Vergleich zu den Giganten zuvor „nur“ gut. Das zweite Instrumental „Wyrmwood“ ist zwar stimmungsvoll psychedelisch, aber schlichtweg zu lang. Mit dem Akustikgitarren-Intermezzo „Children of the night“ (noch ein Instrumental…) wird schließlich das Herzstück der Platte, das über 20minütige „God wills it“, eingeleitet. Textlich eine Abrechnung mit den Kreuzzügen, fahren THE GATES OF SLUMBER hier noch einmal alles auf, was im Doom möglich ist: kriechende Heavyness, nihilistische Verzweiflung, packende Headbanger-Riffs und epische Melodien. Spätestens jetzt macht sich die absolut aufs Wesentliche reduzierte Produktion in Form von Staubhäufchen vor den Boxen bemerkbar. Das Keyboard-Outro „The Woe of Kings“ lässt, anmoderiert mit einem weiteren Conan-Zitat, die Platte nach dem „God wills it“-Klimax sanft ausklingen.
Dennoch dürfte es im Jahr 2006 für Suffer no Guilt für Spitzenplätze bei der langsamen Zunft reichen. Völlig zu Recht. In einer Zeit, in der 30minütiges Feedback als Doom und künstlich auf Härte getrimmter Nintendo-Pop als Metal verkauft werden, eine verdammt wichtige Platte, eine große Platte.
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