The River sind schwer. Verdammt schwer. Tief verwurzelt im Doom und doch irgendwie anders. Fernab von
Hexenjäger-Klischees und staubtrocken knarzenden
Saint Vitus-Produktionen bedienen sich die vier Engländer um Frontfrau Vicky
eines akustischen Vokabulars, das am ehesten mit ganz frühen The Gathering oder auch Elbereth zu vergleichen ist. Wobei
weder die Holländer noch die Portugiesen auch nur im Ansatz an die
zermalmende Masse von Drawing down the sun heranreichen. „A close
study“, „Amber“ oder das trostlose
„So down“ sind graue Rohdiamanten, welche, unter gewaltigem Druck
geschaffen, bei genauem Blick eine facettenreiche Schönheit offenbaren,
die eine echte Alternative zu den ausgetretenen Pfaden des Genres bietet.
Drawing down the sun,
der Titel der ersten Full-length CD der Briten, ist
eine Referenz an die Wicca-Bewegung, die seit den
frühen Siebzigern in alternativen und feministischen Kreisen eine breite
Anhängerschaft gewonnen hat. Und doch: von spießig-bierseeligen
Folk-Atrozitäten a la Ensiferum
und öligen Gothic-Hexen-Trullas sind The River so weit weg, wie man sich
nur vorstellen kann. Die klare, angenehm natürliche Stimme von Vicky
thront nicht über den Gitarrenkaskaden, sondern treibt in ihnen, setzt
funkelnde Akzente und transportiert die Texte über Verlassenwerden,
Verzweiflung und Alleinsein ehrlich und wohltuend undramatisch. Wenn sogar Zeilen
wie „I don’t
want to be a burden – I don’t want to be alone
– forever falling
down” den Hörer ohne jeglichen Anflug von Kitsch erreichen,
dann ist dies eine Leistung, die schlichtweg respektiert werden muss.
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