Sacred Metal

Aus dem Sacred-Metal-Archiv · Review-Archiv

Militia: The Sybling Iron Cross: Warhead Childhood's End: Childhood's End

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Auf die sagenumwobene Militia EP "The Sybling" war ich wirklich gespannt, gehört das Original ja wohl zu den rarsten Platten überhaupt. Zu hören gibt's technischen Texas Metal mit einem Sänger, dessen Tonlage in den höchsten Deadly Blessing Regionen zuhause ist. Da ich die ursprüngliche Produktion nicht kenne, kann ich nicht sagen, inwiefern die Hot Metal Umsetzung nun gelungen ist oder nicht, der Sound auf dieser CD ist jedenfalls nicht unbedingt berauschend aber dennoch hörbar, eine typische 1985er Eigenproduktion eben. Da die Musiker (was zu erwarten war) technisch über jeden Zweifel erhaben sind und das Teil daher sehr tight und akzentuiert eingespielt wurde, klingt aber wenigstens nichts schwammig oder rumpelig. Die Songs selbst begeistern mich wirklich, tatsächlich genau das, was ich erwartet hatte. Sowohl der Opener "Objective: Termination", als auch "Salem Square" rulen und das fünfteilige, instrumentale Titelstück zählt auch zu den absoluten Sonnenstunden des frühen US Metals. Zusätzlich zur EP sind noch die 3 Songs des ebenfalls 1985 veröffentlichten "Regiments Of Death" Demotapes enthalten, bei denen man soundlich leider nochmals Abstriche machen muss, qualitativ gibt's abermals nichts zu mäkeln. Die Stücke klingen etwas thrashiger, direkter und weniger verspielt, sind aber was das Songwriting betrifft genauso ausgreift. Höhepunkt ist für mich der mit einem genialen Leadbreak versehene Abschlußtrack "Search For Steel".

Die 1985er LP "Warhead" von Iron Cross steht auf dem Programm. Geboten wird rauer, einfach strukturierter Metal mit einem ebenfalls kräftig angerauten, teilweise kreischigen und leicht schrillen Sänger. Die Platte ist mit einer für damalige Underground-Verhältnisse echt ordentlichen Produktion versehen und lässt sich gut reinziehen, obwohl wir es erwartungsgemäß nicht mit einem Klassiker zu tun haben. Manche Stücke sind mir etwas zu simpel gestrickt und gerade der Gesang ist teilweise ziemlich vorhersehbar, trotzdem gibt es in diesem Bereich wesentlich schwächere Platten, die es zu mehr Ruhm und Ehre gebracht haben.

Die letzten Vertreter sind Childhood's End mit ihrer selbstbetitelten EP von 1984. Im Gegensatz zu den beiden obigen Bands haben wir es hier mit einer wesentlich melodischeren Metalvariante zu tun, die Songs sind auch dementsprechend kommerzieller, was aber in keiner Weise negativ gemeint ist. Mit Jennifer Hall stand eine absolut fähige Sängerin am Mikro, der Sound ist schön fett und voluminös, wobei ich denke, dass beim Überspielen des Vinyls auf CD sogar noch einiges an Dynamik eingebußt worden ist, schade. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Childhood's End zum damaligen Zeitpunkt mit ein wenig Promotion locker viel weiter hätten bringen können, das Potenzial war in jedem Fall da. Alle vier Stücke sind ansprechend und liebevoll instrumentiert und verfügen über eingängige, sommerliche Hooklines mit schönen Backings, die zum Mitsingen einladen. Eine lohnenswerte Sache und sicherlich einer der besseren Hot Metal Releases.
 
 (c) 2005, Markus Ullrich
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