Okay,
Bandname und Albumtitel nehmen mir fast schon einen Teil meiner Arbeit ab,
vermitteln sie einem doch eine ziemlich eindeutige Vorstellung, was man hier
zu erwarten hat, noch bevor man einen einzigen Ton von der Band gehört hat.
BATTLERAGE also, aus Chile, die Zweitband übrigens von Drummer Francisco Vera
von PROCESSION, die vielleicht einige auch von dem Manilla
Road-Tribute-Album “The
Riddle Masters“ kennen. Hier geben sie mit
ihrem zweiten vollen Album ihr Label-Debüt bei den Italienern “Metal on
Metal Records“, wo sie sich unter anderem mit CATCH 22, SKELATOR oder
den MIDNIGHT IDÖLS in guter Gesellschaft wieder finden.
Die
Frage, ob man hier auch wirklich authentischen, traditionellen Stahl geboten
bekommt und keinen weichgespültem Euro “Power“ Metal, beantwortet
der eröffnende Doppelschlag “The Devil’s Wings Bring Fire From Hell“ und
“Die By The
Power Of The Axe“.
Klingen zwar wie eine MANOWAR-Parodie (die Titel wohlgemerkt, nicht die Musik!),
aber das Album hat einen schönen, trockenen Drumsound,
unspektakuläre, aber dennoch gute Gitarrenarbeit und einen Sänger, den man am
ehesten mit Tim Owens vergleichen
kann. Ihre stärksten Momente haben BATTLERAGE dabei sowohl bei den
schnelleren Songs, als auch bei den “Epics“,
also den Liedern mit Überlänge. Diese verzichten aber erfreulicherweise auf
symphonische Intros, Soundsamples oder gesprochenen
Firlefanz, selbst bei dem über zwölfminütigen und toll gemachten "True Metal Victory"
konzentriert man sich stattdessen auf richtig mitreißende Gitarrensoli.
Zugegeben, die Songtitel gehen schon hart an die Schmerzensgrenze, aber was
soll’s. Der Großteil der Songs überzeugt, auch wenn man sich auf Dauer
vor allem stimmlich etwas mehr Abwechslung wünschen würde.
