Sacred Metal

Aus dem Sacred-Metal-Archiv · Power · US · True Metal

Blitzkrieg : Sins And Greed

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Hell Yeah! Wer hat noch mal behauptet, die NWOBHM sei vorbei? Brian Ross jedenfalls kann den vermeintlichen Abpfiff nicht vernommen haben. Hätte er ansonsten in den letzten zehn Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit derartig oldschooligen Killeralben aufwarten können? Denn Comeback-Versuche alter British-Metal-Veteranen gab es viele - aber sich im Vergleich zu den alten Tagen nochmal gesteigert zu haben, würde ich nur zwei Truppen zugestehen: Saxon - und Blitzkrieg!

"Sins And Greed" heißt nun also Album Nummero Sechs, und es knüpft trotz des Wechsels an der Gitarre (der langjährige Mit-Hauptsongwriter Tony Liddle verließ immerhin die Band, für ihn haut nun Ken Johnson in die Saiten) relativ nahtlos an den grandiosen Vorgänger "Absolute Power" an, wobei man insbesondere produktionstechnisch noch mal 'ne Schippe nachlegen konnte. Die Songs hingegen sind vielleicht nicht ganz so hart wie zuletzt, überzeugen aber allesamt mit messerscharfen Riffs und vor allem der gewohnt charismatischen Stimme von Ausnahmefrontmann Ross.

Bestes Beispiel: "Escape From the Village", midtempolastig, von der Melodieführung her ein kleines Juwel und nebenbei von der Fernsehserie "The Prisoner" inspiriert, die auch schon für das gleichnamige Maiden-Stück Pate gestanden hat. Ebendieses Lied sowie den kraftvoll lostuckernden "Hell Express", das überragende Atmosphärewunder "Standing Still" sowie das hymnische "Excessive Force" (Nomen est omen!) würde ich am ehesten als Anspieltips nennen - aber es befindet sich das komplette Album auf einem erfreulich hohem, konstanten Niveau, so daß man eigentlich mit keinem Titel was falsch machen kann. Das gilt auch für das abschließende Cover des Priest-Classix "Hell Bent For Leather", das ohne Übertreibung genau so tönt, als ob es extra für diese Band geschrieben worden sei. Und ganz ehrlich: gegen diesen Brocken UK-Metal kann der (gute!) Comeback-Rundling der Birminghamer "Metal Gods" zu keinem Zeitpunkt wirklich anstinken. Ein Muß (nicht nur) für die NWOBHMler in unserer Leserschaft.

(c)2005, Ernst Zeisberger

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