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Dantesco: De La Mano De La Muerte

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Es geht (fast) immer obskurer und antikommerzieller - wer schon auf die puertorikanischen Metaller von Dantesco gestossen ist, weiss das. Bestimmt werden Leute die sich öfters mit süd-/mittelamerikanischem Zeugs beschäftigen undergroundigere Sachen als Vergleich anführen, dennoch ist das Gebotene auf De la mano de la muerte beileibe keine metallische Alltagsnährung. Hauptgrund des ‘Was-is-‘n-das???’-Gefühl beim ersten Durchlauf ist sicherlich der, äh, mächtig eigenwillige Gesang von Erico ‘La Bestia’ Morales. Ohne Scheiss: wenn das Biest seinen Mund aufmacht, ist es als teilten sich Messiah ‘Born in a tank’ Marcolin, Walter Meza der argentinischen Metalkönige Horcas und (räusper) Andrea Bocelli ein paar Lungen. Heavy, oder was!? Da die Truppe sich ausserdem für ihre Musik einiger unterschiedlichen Stilen bedient, lässt sich das schwerverdauliche Gebräu mit spanischen Texten partout nicht hier oder dort festmachen. Ist es epischer Doom à la Candlemass oder Memory Garden? Ist es okkulter Metal im Mercyful Fate-Fahrwasser? Oder doch technischer Power mit ganz leichten Thrash-Anleihen? Jein. Sowie es klingt, ist es halt Dantesco.

Da De la mano de la muerte ein wenig lang geraten ist – meines Erachtens ein Fehler die nicht nur Doombands immer wieder gerne begehen – muss man das sperrige Material schon in kleineren Quantitäten zu sich nehmen um das Album zu schätzen. Ein echter Ohrwurm sucht man, wie zum Beispiel auch auf dem Debüt von All Souls Day, vergebens, obwohl der mittelträge Stampfer Oda al fin del mundo (mit schnellerem Mittelteil, Wundertütensoli und einem Scream bis in die Ewigkeit) sich bei mir relativ flugs zum Repeattastentrack mäuserte. Besonders hervorzuheben sind die ausgezeichneten Riffs und oftmals mittelalterlich anmutenden Soli der beiden Klampfer Daniel Ortiz und Joel Carrasquillo. Zwar wünscht man sich anfangs eigentlich, dass die Songs doch kompakter, eingängiger werden, doch nach einer Weile entfaltet sich die barocke Qualität dieses reinrassigen Metalalbums und freut man sich beim nächsten Mal auf dieses Break oder jenes Solo. Da weder an der Produktion, noch an der Aufmachung etwas auszusetzen ist (das kranke Coverartwork und die Grafiken im Booklet erinnern irgendwie an die kultigen Hammers Of Misfortune), können detailverliebte Metaller die früher auch nicht mit der Wimper zuckten als in der Wim Thoelke-Sendung noch unheimlich das ‘Ri-si-ko!’ erklang, sicherlich ein Ohr riskieren.

Zu erstehen beim Herrn Preisigs Battle Cry Records und einigen weiteren Mail Order-Vertrieben. Website: www.dantescoepico.com

 (c)2005, Oliver Kerkdijk

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