Sacred Metal

Aus dem Sacred-Metal-Archiv · Power · US · True Metal

Dio : Evil or Divine (DVD)

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Nach Ansehen des vorliegenden Livedokuments sollte kein Zweifel bestehen: Ronnie James Dio ist auch anno 2003 das Maß aller Dinge in Sachen Metalvocals! In gewohnt überragender Form und von der wohl stärksten Hintermannschaft seit seligen “Holy Dive”-Tagen unterstützt, zockt sich der Altmeister souverän durch sechzehn Eckpunkte seiner langen Laufbahn, die allermeisten davon absolute All-Time-Klassiker der Güteklasse “Heaven And Hell”, “Last In Line”, “Rainbow In The Dark” oder “Long Live Rock’n’Roll”. Auch die neueren Songs der letzten zwei Alben fügen sich nahtlos ein, wobei gerade den “Magica”-Tracks (durch das doomige “Lord Of The Last Day” sowie den Midtempo-Ohrwurm “Fever Dreams” vertreten) der ausgezeichnete, messerscharfe Sound ganz hervorragend bekommt. Fehlte es doch diesen in der Studioversion schon ein wenig am letzten Kick – um so enttäuschender ist es, daß der hier alle Register seines Könnens ziehende Doug Aldrich (g. – abgewandert zu den reformierten Whitesnake) mittlerweile schon wieder durch seinen nicht halb so überzeugenden Vorgänger Craig Goldy ersetzt worden ist.

Die Bildqualität ist leider nicht immer gestochen scharf – jedenfalls habe ich auch auf Metal-DVDs schon deutlich klarere Bilder vor Augen gehabt – aber immerhin noch mehr als gut ansehbar. Ausnahme: Basser Jimmy Bains trashiges Glitzerhemd. ;-)

Extratechnisch ist “Evil or Divine” leider etwas dürftig bestückt worden – neben einer absolut entbehrlichen Fan-Galerie und diversen zumeist sinnfreien Backstage-Impressionen sorgt einzig ein Interview für Aufmerksamkeit, in welchem Ronnie über seine persönlichen Überzeugungen, die Musik und einiges anderes philosophiert. Jedoch ist auch selbiges mit gerade einmal zwölf Minuten für einen Mann mit diesem Background natürlich viiiiiel zu kurz ausgefallen. Daß man daraus wesentlich mehr hätte machen können, zeigt (nicht nur) das vergleichbare Produkt von Ronnies Labelmates Overkill…

 

 

(c)2003, Ernst Zeisberger

← Zum Review-ArchivIm Board weiterdiskutieren →