Sacred Metal

Aus dem Sacred-Metal-Archiv · Power · US · True Metal

Morifade : Possession Of Power

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Anscheinend schon ein paar Tage älter, dieses Scheibchen. Drum konnte ich auch kaum glauben, daß auf diesen heiligen Seiten noch kein Review existierte. Alles muß man selber machen...aber solange es sich um ein Juwel wie das erste vollständige Album dieser jungen Schweden handelt, will ich mal nicht allzusehr meckern. Morifade spielen genau die Art erstklassigen Melodic Metals, für das ihr Heimatland so berühmt geworden ist. Hier ein bißchen Maiden, dazu 'ne große Prise Rainbow, und ein Extralöffel alte Helloween...eine Band wie Hammerfall kann mit dieser Mischung jedenfalls problemlos ihre Brötchen verdienen, und rein musikalisch gesehen sollten Morifade das auch. Denn nach ihrem famosen "Glory To The Brave"-Erstling haben die schwedischen Shooting Stars der Szene schlicht und ergreifend nichts mehr auf die Reihe bekommen, was auch nur ansatzweise mit "Possession Of Power" mithalten könnte, und auch den Verlust der "alten" Nocturnal Rites machen mir ihre Landsleute wesentlich leichter zu ertragen.

Kein Wunder, folgt hier doch Hit auf Hit, beginnend mit dem mit mächtigen Bombastchören ausgestatteten Opener "Dragonlord" über High-Speed-Hämmer wie "The Signs" oder "To Live Forever" (der geilste Hammerfall-Hit, den diese Band nie geschrieben hat) bis hin zu der megapathetischen Epic-Ballade "A Northern Rhyme", die mit schönsten Bathory-Chören für Wikinger-Feeling sorgt, überzeugt hier alles mit genau der mitreißenden Frische, die ihren erfolgreichen Kollegen um Oscar Dronjak alleine aufgrund des großen Erwartungsdrucks einfach nicht mehr möglich sein kann. Zum Schmunzeln regt allemal das trashige Warrior & König - Hörspiel vor dem exzellenten Rausschmeißer "Ancient Prophecy" an. Aber auch sowas gehört ja irgendwie dazu...

Fazit: Ein definitives Muß für alle Fans der Debütalben der obengenannten Acts, das selbige aufgrund des wesentlich stärkeren Gesangs von Stefan Petersson streckenweise gar übertreffen kann. Dieses Stils war ich zuletzt aufgrund der Releaseschwemme ziemlich müde geworden, aber wenn's denn in dieser Klasse dargeboten wird, wird der Player eben auch mal wieder wochenlang belegt. Gerade angesichts der laschen letzten Alben von Bands wie Labyrinth, Hammerfall oder Nocturnal Rites um so wertvoller.

(c)2001, Ernst Zeisberger

← Zum Review-ArchivIm Board weiterdiskutieren →