Sacred Metal

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Nocturnal Rites: Grand Illusion

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Anfangs hatte ich mir tatsächlich überlegt, ob ich einfach mein letztjähriges Review vom Nocturnal Rites Vorgänger "New World Messiah" leicht abändern soll und nur einige Songtitel austauschen, fast (aber nur fast) hätte es gepasst.

Nach wie vor sind Nocturnal Rites besser als der Großteil Ihrer Konkurrenz im melodischen Skandinavien-Power Metal und nach wie vor auch in fast allen Belangen. Die Klampfen riffen abwechslungsreicher, die Vocals haben mehr Balls und das Songwriting ist frischer. Trotzdem -und es fällt mir schwer das zu sagen- machen sich langsam erste Abnutzungserscheinungen bemerkbar, zumal die Jungs meiner Ansicht nach oft ein wenig zu sehr auf Nummer sicher gehen. Vielleicht hat die Tour mit Edguy in der Hinsicht etwas abgefärbt...

Ich will die Platte keinesfalls schlechter machen als sie ist -für Fans sicherlich ein Pflichtkauf- trotzdem sollte man qualitativ eben kein zweites "Afterlife" erwarten.

Der Opener "Fools Never Die" leitet die CD ungewohnt midtempomäßig ein, man darf sich aber trotzdem an den für Nocturnal Rites üblichen, schönen Melodien erfreuen. Bei den meisten der darauf folgenden Stücke kann ich mich des Eindruckes aber nicht erwehren, dass ich das alles schon in ähnlicher und teilweise besserer Form von den Schweden gehört habe. Songs wie "Still Alive", "Never Trust" und "Our Wasted Days" machen zwar Laune, lassen aber die Nocturnal Rites-typischen Widerhaken-Melodien etwas missen, klingen mir einfach etwas zu glatt. Das Growl-Experiment in "Cuts Like A Knife" darf als gelungen betrachten werden, trotzdem ist mir der Chorus auch da etwas zu simpel.

Positiv hervorheben muss man aber, dass definitiv keine Nullnummern auf der CD zu finden sind. Auch wenn für mich kein absoluter Überhit zu finden ist, reine Ausschussware wird nie geboten, das gewisse Qualitätslevel unterschreiten Nocturnal Rites eben NIE!

Fazit: Obwohl für mich eine kleine Enttäuschung - bevor ihr Euch die neue CD der üblichen Verdächtigen X, Y oder Z kauft, schnappt Euch "Grand Illusion" und Ihr wisst was Ihr habt!

(c) 2005, Markus Ullrich

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