Sacred Metal

Aus dem Sacred-Metal-Archiv · Power · US · True Metal

Rapid Fire: Brace Yourself

Historischer Originaltext. Angaben zu Veröffentlichungen, Preisen und Kontakten beziehen sich auf die damalige Zeit.

Es kann keiner behaupten, dass die Amis keine ergiebige Undergroundszene hätten. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass eine neue hoffnungsvolle US-Metal-Band den Versuch startet, den vakant gewordenen Heavy Metal-Thron zurückzuerobern. So auch Rapid Fire. Bereits beim Blick auf das Cover wird klar, dass hier keine Gefangene gemacht werden. Nieten, Jeans, Leder, Manowar- und Priest-Shirts...alles vorhanden. Die Erwartungen sind also schon mal geweckt; werden aber, soviel vorweg genommen, leider nicht gänzlich erfüllt. Einerseits überzeugen die Jungs durch ihren spürbaren Enthusiasmus, ihren hohen Wiedererkennungswert (nicht zuletzt dank des rauhen markanten Organs von Leith Walden) und den einen oder anderen Mini-Hit („Not Easy Being Sleazy“, „It’s Metal“ oder das punkige (!) „Chase The Reaper“) andererseits muss man sich auch durch die ein oder andere US Metal-unwürdige - sorry - Vollgurke hören. So zum Beispiel „Only The Warrior“, das schon seltsam anfängt, dann aber in einem Brechreiz hervorrufenden Rhapsody-Refrain gipfelt, der mich an Kobolde in bunten Zipfelmützen erinnert, die besoffen Polka um ein Lagerfeuer tanzen. Auch „Tears Of The Dragon“ hat man schon besser von diversen schwedischen Melodic-Power-Metal-Bands gehört. Dabei sind diese stilistische Ausreisser völlig unnötig und die Platte hätte nur davon profitiert wenn der ein oder andere Song im Proberaum versauert wäre anstatt ins Presswerk zu wandern. Denn ziehen wir die zwei, drei Peinlichkeiten ab, dann haben wir ein hervorragende räudige Metalscheibe mit einer ordentlichen Portion Strassendreck, Sleaze und Punk. Das Potential ist da, die Jungs müssen sich jetzt nur noch in die richtige Richtung entwickeln.

 (c)2006, Peter Kraus

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