Vielbeschäftigt
ist er zweifelsohne, der gute Herr Franck. Stand der Weltklasse-Vokalist doch
erst vor einem knappen halben Jahr mit einem neuen Hammeralbum seiner anderen
Formation Brainstorm auf der Matte, und schon gibt’s wieder mächtig was aufs Mett aus dem
Hause Symphorce! Erinnert schon fast an die guten alten Tage, als man eigentlich
ständig ein neues Produkt mit Kim Bendix Petersen am Mikro beklatschen konnte.
Und – genauso deutlich wie einstmals King Diamond und Mercyful Fate unterscheiden sich
auch die beiden Beschäftigungsfelder des deutschen Ausnahmesängers.
Mögen auch
Brainstorm und Symphorce beide der Tradition amerikanischer Power
Metal-Acts folgen, so zeigen sich Letztgenannte sich im direkten Vergleich doch
deutlich filigraner, leicht progressiver und auch etwas moderner. Oder anders
gesagt: wenn denn Brainstorm die deutschen Vicious Rumors oder Metal
Church
sind, erinnern Symphorce eher an Kult-Truppen wie Titan
Force
oder Sanctuary.
Oder doch
eher Nevermore? Denn auf “Twice Second”, dem nunmehr vierten Studioalbum des Fünfers
hat man noch einmal ordentlich an Härte zugelegt, und mehr als ein Riff wäre
auch bei Warrel Danes heutiger Combo nicht fehl am Platze (der 1a-Rübeschüttler
“Whatever Hate Provides” ist nur ein Paradebeispiel). Wobei mir “Twice Second”
im direkten Vergleich sogar deutlich mehr zusagt als der letzte
Fulltime-Auftritt des Seattle-Quartetts. Vor allem produktionstechnisch steckt
man “Enemies Of Reality” problemlos in die Tasche – wenn der ziemlich moderne
Sound auch dem einen oder anderen Traditionalisten vielleicht übel aufstoßen
könnte.
Trotz
eines ziemlichen Komplettausfalles (das arg sperrige “Take What’s Mine”):
Deutliche Kaufempfehlung. Gerade auch, da sich sie Fünf nicht scheuen, auch mal
den Thrash-Knüppel aus dem Sack zu holen (“Face Of Pain”) sowie mit der
abschließenden Klasse-Ballade “Cry On My Shoulder” dazu noch einen eher
untypischen Song verewigt haben, ergo für deutlich mehr Abwechslung sorgen als
noch auf dem durchgehend im Midtempo gehaltenen Vorgänger “PhorcefulAhead”.
Und in
einem halben Jahr sehen wir uns dann wohl zum Brainstorm-Review…
