Nach zwei
Eigenpressungen kommt das New Yorker Quartett um ex-Gothic Knights-Röhre George
Tsakilis nun erstmals labelverstärkt über den großen Teich. Ein Begriff sein
sollten Zandelle den deutschen Metallern aber auch durch ihren Beitrag zum HOW-Sampler “Metal
Crusade” sein – “Warlords Of Steel” nannte sich das gute Stück, das nun auch
das Album eröffnet.
Und das
selbstverständlich kein bißchen schlechter geworden ist – ein Maiden/Omen-lastiger
Galloppelrhythmus lädt zum Bangen ein, und stark von Sangesakrobaten wie Dane
oder Rivera inspirierte Vocals entführen den Hörer in andere Sphären. Wer nach
diesem Auftakt aber ein geradliniges, eingängiges Scheibchen erwartet, der
befindet sich auf dem Holzweg: schon der zweite Song “The Champion” ist trotz Maiden-mäßiger Melodiebögen
ein ganzes Eckchen komplexer ausgefallen, bevor dann das siebeneinhalbminütige
Epos “A Hero’s Quest” jegliche noch verbliebenen Zweifel ausräumt. Beginnt das
Stück doch eher doomig, an eine powermetallisch verstärkte Variante der Götter
von Candlemass gemahnend, so explodiert das Ganze im zweiten Teil förmlich, bis man zu
einer lupenreinen Thrashgranate im Stile alter Flotsam oder auch Iced Earth mutiert ist. Abwechslungsreicher,
komplexer US-Metal, der vielleicht nicht auf Anhieb zünden mag, der sich dafür
aber von Durchgang zu Durchgang mehr und mehr in den Gehörgängen festsetzt –
extrem klasse!
Im
folgenden gibt es mit dem flotten “Lord Of Thunder”, dem Mid-Tempo-Groover “Immortal
Realms” (würde sich auch auf einem der neueren Iced Earth-Alben recht gut machen)
oder der recht ordentlichen Ballade “Eternal Love” (hätte allerdings zwei, drei
Minuten kürzer ausfallen können) auch noch ein paar eingängigere Stücke, bevor
die Band im abschließenden Titeltrack noch einmal alle Register ihres Könnens
zieht. Über die Spieldauer von zwölf Minuten gibt es hier von akustisch-melodischen
Parts bis hin zum heftigsten Gethrashe (inklusive sowohl allerhöchster Schreie
als auch deathmetallischen Einlagen von Meister George) noch einmal alles zu
bejubeln, was diese Band ausmacht.
