Moderator: Loomis

Goatstorm hat geschrieben:YYZ hat geschrieben: ...aber auch hier muss man doch unterscheiden. Sagen wir Bands wie die deutschen WORSHIP oder die Australier von MOURNFUL CONGREGATION...da hört man doch, dass die eindeutige Doom METAL-Einflüsse haben. Und selbst wenn nicht, diese Bands tragen doch diesen Doom-Spirit irgendwie mit sich, auch wenn auf eine andere Weise wie Gates Of Slumber zum Beispiel.
Wo denn?! Sag doch mal, WO diese Bands den "Doom Spirit" verkörpern?!
Funeral Doom ist einfach der aktuelle Hype. Letzlich geht's einfach nur wieder darum, ein paar Teenager mit Superlativen zu ködern. Bei Black Metal ging's drum, wer den schnellsten Drummer hat, wer die meisten Kirchen abgefackelt hat und wer die blasphemischsten Texte hat.
Jetzt wird mit Funeral die nächste Sau durch's Dorf getrieben und es geht jetzt eben darum, wer am langsamsten ist, wer die tiefsten Growls hat und wer die depressivsten Selbstmordtexte.
Das ist immer das gleiche Spiel. Es geht doch immer nur darum, den Leuten mit irgendwelchen neuen Extremen neue Differenzangebote zu schaffen und ihnen so das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die musikalische Substanz ist doch bei diesem ganzen pubertären Höher-Schneller-Extremer völlig sekundär. Das wichtigste ist, wer am krassesten ist. Und das ödet mich einfach nur noch an. Zumal es in den unterschiedlichsten Schattierungen schon tausendmal da war.
Ulle hat geschrieben: Von Sabbat das Debüt "History of a Time to Come" und das komplexere aber IMO kaum schwächere "Dreamweaver". Das dritte und letzte Album kannst Du Dir schenken. Du weißt aber schon, dass die nicht gerade epischen Doom spielen, gelle?
Von Solstice würde ich zum Einstieg "New Dark Age" empfehlen, wenn Dir die gefällt kaufst Du die anderen sowieso.

Goatstorm hat geschrieben: <!--QuoteBegin-YYZ+--></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>QUOTE (YYZ)</td></tr><tr><td id='QUOTE'><!--QuoteEBegin-->Aber es hat doch trotzdem die gleichen Grundgedanken - halt anders gedacht und interpretiert.
Goatstorm hat geschrieben:Es mag ja richtig sein dass die Funeral Doom Szene nichts mit der ursprünglichen Doom Metal Szene zu tun hat und nicht aus ihr heraus entstanden ist, aber dass es in der Musik keine Parallelen gäbe, kann man nun wirklich nicht sagen.
Es gab auch beim traditionellen Doom schon teilweise ähnliche Riffs und (zumindest beim Epic Doom) auch mal melancholische Gitarrenmelodien und sogar Keyboards.
Das würde für jede andere Teilszene im Heavy Metal auch gelten. Heißt das jetzt, das Funeral Doom eigentlich Thrash Metal ist? Auch wenn Funeral und Doom vielleicht beide langsam sind, ändert das nichts daran, dass die Bezeichnung Funeral Doom nur ein künstlicher Verkaufsslogan ist, der nichts mit der Realität zu tun hat.
Goatstorm hat geschrieben:Dass Funeral Doom der neueste Hype ist, kann man ja eigentlich auch nicht sagen.
HALLO?! Feature-Story über Funeral Doom im Metal Hammer?! Funeral Doom-Bands auf Semi-Major-Labels? Ganzseitige Anzeigen für Funeral Doom Bands in Mainstream-Magazinen? Kein Hype?!
Goatstorm hat geschrieben: <!--QuoteBegin-YYZ+--></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>QUOTE (YYZ)</td></tr><tr><td id='QUOTE'><!--QuoteEBegin-->Aber es hat doch trotzdem die gleichen Grundgedanken - halt anders gedacht und interpretiert.
TexasInstruments hat geschrieben:Goatstorm hat geschrieben: <!--QuoteBegin-YYZ+--></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>QUOTE (YYZ)</td></tr><tr><td id='QUOTE'><!--QuoteEBegin-->Aber es hat doch trotzdem die gleichen Grundgedanken - halt anders gedacht und interpretiert.
Nein! Das ist das große Missverständnis und der zentrale Unterschied. Im Doom Metal geht's eben nicht darum, rumzuheulen, weinerlich über Selbstmord zu jammern, um Poesie, Rotwein, Weltschmerz, Kitsch... Es geht genau in die andere Richtung. Was glaubst Du denn, woher bei vielen Doom Bands die Faszination für Conan und Sword and Sorcery kommt? Weil sich Conan in seinem Kinderzimmer einsperrt und sich mit Kajal die Pulsadern nachzeichnet, weil er auf dem Pausenhof verprügelt worden ist? Nein, weil Conan rausgeht und in einer Welt die schlecht und korrupt ist, Ärsche tritt! Peter Vicar von Reverend Bizarre hat's mal auf den Punkt gebracht: Im Doom Metal geht es um Stärke, es geht darum, eben NICHT zu resignieren, nicht aufzugeben. Es geht um Bier, nicht um Rotwein. Es geht um Schwerter, Äxte und eine gute Zeit, nicht darum, sich mit Rasierklingen zu schnitzen, damit jeder sieht, wie schlecht man dran ist. Doom Metal ist grundlegend positiv.
Hugin hat geschrieben: @ Goatstorm:
Seh ich auch so. Trotz all der negativen Themen im Doom Metal ist die psychologische Wirkung und die musikalische Grundaussage eher positiv. Wenn ich selbst ein Stück wie "Solitude" von Candlemass höre, dann ist es doch KRAFT und Trotz, was daraus spricht und nicht Zerfließen in Selbstmitleid.
Acrylator hat geschrieben: My Dying Bride
TexasInstruments hat geschrieben: In Sachen Message gebe ich Dir auf jeden Fall durchaus recht.
Wüßte nicht wieso mich Doom gerade in meinen schlechtesten Momenten sonst besonders aufbauen würde / könnte.
WHILE HEAVEN WEPT, nun ja, ich finde gerade "Thus With A Kiss I Die" in seiner resignierenden Weinerlichkeit weltklasse. Liegt vielleicht auch daran dass ich mich zum Zeitpunkt des ersten Hörens ganz gut mit dem Inhalt identifizieren konnte und quasi sehr ähnliche Empfindungen hatte.
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