Da isser endlich: Brucens erster Alleingang seit dem grandiosen "The Chemical Wedding", das unglaublicherweise auch schon wieder satte sieben Jahre her ist. Tja, so kann's gehen, wenn man "nebenher" noch die Maiden-Reunion anschieben muß. Wobei sich das zuletzt gar nicht mal sooo gelohnt hat: "Dance Of Death" war bestenfalls zwiespältig zu nennen, wofür nicht nur, aber doch hauptsächlich die grottige Produktion verantwortlich zeichnete.
Daß sich ein derartiges Problem bei Meister Bruce nicht einstellen würde, müßte eigentlich allen Fans klar sein, die den Namen, öhm, Z. fehlerfrei buchstabieren können. Der olle Roy, seit "Balls To Picasso"-Zeiten Brucens getreuer Sidekick auf Solopfaden, zauberte auch diesmal einen Killersound aufs Parkett: heavy as fuck knallt dem geneigten Zuhörer nach kurzem Intro der Ohrwurm-Opener "Abduction" entgegen, der ebenso wie sein direkter Nachfolger "Soul Intruders" schon fast als Power Metal bezeichnet werden kann. Sprich, die extreme Düsternis von "Chemical Wedding" ist zwar dahin, aber ein guter Kompromiß aus ebendieser sowie den eingängigeren Momenten von "Accident Of Birth" trifft die Sache schon eher. Wobei man in Sachen Heaviness eher noch mal ein paar Briketts nachgelegt hat - gut so!
Mit "Kill Devil Hill", einer grandiosen Midtemponummer mit epischen Qualitäten, folgt der erste Meilenstein auf Höchstnoten-Niveau. Was für ein göttlicher Chorus - dieser Song alleine verweist schon das komplette letzte Maiden-Werk (außer vielleicht "Paschendale") auf die Auswechselbank. Und da schließen sich mit dem unglaublich atmosphärischen "Navigate The Seas Of The Sun" (Gänsehaut! Die stärkste Bruce-Ballade seit "Tears Of The Dragon"!) sowie dem tonnenschweren Titeltrack noch mindestens zwei weitere künftige All-time-Klassiker an.
In der zweiten Hälfte des Album gibt es zwar ein, zwei Nummern, die anfangs eher sperrig daherkommen (das klassisch-hardrockige "Devil on A Hog" sowie das megafinstere "Believil" kommen in den Sinn), aber auch diese will man nach ein paar Durchgängen unter keinen Umständen mehr missen. Das Album wirkt einfach wie aus einem Guß - und in dieser Beziehung übertrifft man sogar den ansonsten immer noch übermächtigen Vorgänger. Pflichtprogramm!
(c)2005, Ernst Zeisberger