Sacred Metal Page > Sacred Reviews > Power / US / "True"-Metal > Shaman: Reason

Sacred Metal Page > Sacred Reviews > Power / US / "True"-Metal  > Shaman: Reason

Shaman: Reason

Es gibt sie noch, die Aha-Erlebnisse. Die Platten, von denen man nichts erwartet und die sich als kleines Juwel entpuppen. So geschehen mit der zweite Platte der Angra-Splitters „Shaman“. War das Debüt noch relativ nah an den Sound der brasilianischen Bombast-Truppe angelehnt beschreitet man nun gänzlich neue Wege. Am besten lässt sich die Musik als eine Mischung aus klassischem Metal und Dark Rock beschrieben; getragen von fantastischen Arrangements und der erhabenen Stimme Andre Matos’, der variabler denn je singt (keine Angst, die hohen Tonlagen hat er auch immer noch drauf). Das Songwriting gestaltet sich abwechslungsreich und vor allem frisch und unverbraucht. Und es tut mal wieder verdammt gut, etwas zu hören, das nicht 200% nach Priest, Maiden oder Helloween klingt. Die Mischung aus, von harten Riffs untermalten, Rockern und melancholischen (Halb)Balladen zieht einen früher oder später in seinen Bann und ist für das Anhören unter’m Kopfhörer genauso geeignet, wie für die Tanzfläche vernebelter Metal Clubs.  Die hervorragende Produktion von Sascha Paeth (wer sonst?) und das wunderschöne Cover und Booklet tun ihr übriges um diese Scheibe in meiner persönlichen Fave-Liste auf Anhieb nach ganz vorne zu katapultieren. Wer sich also mal wieder eine interessante Hard Rock/Metal-CD besorgen will, die aus dem Schema F ausbricht, aber immer authentisch und kein bisschen trendy klingt, der muss sich „Reason“ einfach besorgen. Hoffentlich hat die Band auf ihrem neuen Weg Erfolg und scheitert nicht an der Engstirnigkeit der Metal-Hörer.

 (c) 2005, Peter Kraus