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Six Minute Century: Time Capsules

Die aus der Asche der eher im AOR / Melodic Metal beheimateten MYSTIC CROSS hervorgegangenen SIX MINUTE CENTURY aus Houston, Texas sind bisher im Wust an Veröffentlichungen relativ unbeachtet geblieben.

Eigentlich schade, denn deren 2008 via Nightmare Records veröffentlichtes Debüt „Time Capsules“ kann sich unter den Augen so mancher US Metal- Maniacs, die es auch gerne mal keyboarduntermalt und etwas komplexer mögen, sicher ganz gut sehen lassen.
Allerdings, und das wird für den ein oder anderen beinharten Traditionalisten tröstlich sein, hat der Einsatz von Tasteninstrumenten hauptsächlich wirklich nur untermalenden Charakter.
Dennoch sind die Keys nicht der einzige Querverweis zur Vorgängerband, auch die oftmals sehr eingängigen, dabei aber niemals flachen Gesangslinien und Refrains und der ausdrucksstarke recht hohe Gesang zeugen von der Vergangenheit, obwohl Goldkehlchen Chuck Williams bei MYSTIC CROSS gar nicht von der Partie war.

Diesen eher melodisch ausgerichteten Zutaten stehen allerdings mächtige Gitarrenwände gegenüber die jeden Anhänger US-metallischer Klänge in Verzückung versetzen sollten. Der Mann an den sechs Saiten, ein gewisser Don LaFon zieht wirklich alle Register. Markige und packende Riffs, gute Leads und manchmal, wie beim Instrumental „Guitar Concierto“, wird auch die Welt der Arpeggios erkundet.
Dies aber nie in übertriebener Art und Weise, Alarm in so manch schlechter Mike Varney- Manier muss man glücklicherweise zu keiner Zeit schlagen.

Das Wichtigste, trotz aller feinen Zutaten, sind und bleiben aber sicherlich die Songs. Und diese, nicht selten über 7 Minuten dauernd, können durch die Bank überzeugen.
Zum Beispiel das herausragende und sehr abwechslungsreich inszenierte „April 19, 1995“ (Datum des Terroranschlages von Oklahoma) kann aufgrund seines schönen Akustik-Intros, der grandiosen Gesangslinien und der gebotenen Dramatik gleich mal für gewaltige Pluspunkte sorgen.

Oder aber das treibend eingeleitete „Zero Hour“, im späteren Verlauf durch den Einsatz von ruhigen Passagen punktend, auch wenn hier der Irak- Krieg mal wieder wunderschön aus der US-amerikanischen, die Realitäten verneinenden rosaroten Brille gesehen wird.

Beispielhaft für die ab und an „kommerziellere“ Ausrichtung ist dagegen „Seven Seas“, eine durchaus amtliche Hymne mit sehr eingängigem Refrain. Gefällt…..

Dies also die Schnittmenge in der SIX MINUTE CENTURY agieren, könnte durchaus sehr interessant für Leute sein, die sich gerne von Bands wie KATAGORY V, LAZARUS und ähnlichen beschallen lassen. Empfehlenswert !

Kontakt :

http://www.myspace.com/sixminutecentury

http://www.sixminutecentury.com/home.htm
 

(c)2009, Michael Weber